Podologische Leistungen

Hühneraugenbehandlung

Eine Behandlung wird zweckmäßig mit einem etwa 20 Minuten dauerndem Fuß-Bad in warmem Wasser eingeleitet. Dadurch wird die Haut eingeweicht und kann unterhalb des Sporns abgelöst und dieser dadurch frei gelegt werden. Nach dieser Vorbehandlung kann man eine salicylsäurehaltige Lösung oder ein mit Salicyl-Säure getränktes Pflaster auftragen. An die Grenzen der Selbstbehandlung geht das Aufritzen und Abziehen der Hornhautschichten mit einem Messer, z. B. einem speziellen Hühneraugenmesser. Ansonsten bieten Podologen und Fußpfleger hierfür ihre Dienste an. Sehr tief sitzende Hühneraugen lassen sich operativ entfernen.

Hornhautbehandlung

Beim Keratokonus als häufigster Wölbungsanomalie der Hornhaut kommt es infolge einer Verdünnung zu einer kegelförmigen Vorwölbung. Bei der Fuchs-Endotheldystrophie führt ein Untergang der Endothelzellen zur Quellung der Hornhaut. Ein Sjögren-Syndrom führt dagegen zur Austrocknung.
Weitere Hornhautdeformitäten stellen Descemetozelen und Staphylome unterschiedlicher Ursachen dar.
Die Hornhaut kann zudem von einer Reihe von Infektionen befallen werden. Die Keratitis entsteht bei Hornhautverletzung (oder Immunschwäche) durch Bakterien (Pneumokokken, Pseudomonas, Moraxella), Viren (Herpes-simplex-Viren, Varizella-Zoster-Virus) oder Pilze (Candida, Aspergillus).
In manchen Fällen von Hornhautläsionen kann es zum Auftreten von monokularer Diplopie kommen.
Bei angeborenen Syndromen kann eine Vergrösserung der Hornhaut, eine Megalokornea vorliegen, z.B. beim Neuhäuser-Syndrom.

Warzenbehandlung

Warzen können sich nach einigen Monaten ohne jede Behandlung von selbst zurückbilden, wenn es der Immunabwehr des Körpers gelingt, die verursachenden Viren abzutöten. Die Warzen trocknen dann aus, und die Hornbedeckung schleift sich ab. Nach Abheilung ist jedoch die Wiederkehrrate (Rezidivrate) von Warzen allgemein hoch. Andererseits können sie aber auch von Anfang an jahrelang bestehen bleiben oder sich durch Selbstansteckung zusätzlich noch vermehren. In diesem Fall sind die Warzen dann meistens schwer zu behandeln.

Behandlung eines eingewachsenen Nagels (Unguis incarnatus)

Ein chirurgischer Eingriff ist bei rechtzeitiger Reaktion des Betroffenen meistens vermeidbar. Falls der Nagel erst ein wenig eingewachsen ist, sollte umgehend ein Podologe (medizinischer Fußpfleger) oder Dermatologe aufgesucht werden.

Im akuten, schmerzhaften Frühstadium (auch wenn das Risiko einer Operation etwa durch eine Durchblutungsstörung erhöht ist) empfiehlt es sich, den entzündeten Nagel zu tapen. Dazu wird die Wundauflage eines Pflasterstreifens zwischen Nagel und entzündeten Nagelwall geschoben und das Pflaster halbkreisförmig unter Zug um den Zehen geklebt, sodass der Nagelwall nach außen gezogen wird und der Nagel mehr Platz bekommt. Der Patient verspürt fast sofort eine Schmerzlinderung.

Bei stark ausgeprägtem Weichteilgewebe am Nagelwall kann der Podologe zusätzlich einen flachen Keil (Nagelkeil) im Nagelfalz platzieren und damit den seitlichen Nagelwall entlasten. Auch eine Schienung des Nagels mittels längs aufgeschnittenen Silikonröhrchen ist möglich.

Eine andere nicht operative Behandlungsmethode besteht in der Anwendung einer Nagelkorrekturspange (auch Orthonyxie genannt)[6] durch einen Podologen. Wenn ein Nagel auch nach einer Behandlung immer wieder einwächst, kann das auch daran liegen, dass der Nagel (im Querschnitt) zu rund geformt ist und rechts und links zu tief im Nagelfalz ist. Dagegen kann ein Podologe Abhilfe schaffen, indem er durch eine Spangen-Behandlung den Nagel aus den Seiten wieder hochzieht. Es gibt hierbei verschiedene Techniken. Die Behandlung dauert je nach Wachstum des Nagels bis zu 14 Monaten. Mit Beginn der Spangen-Behandlung ist der Patient meistens bereits schmerzfrei.

Bleiben die Beschwerden trotz konservativer Maßnahmen dauerhaft bestehen, muss der eingewachsene Nagel operiert werden.

Nagelkorrekturspange (BS-Klebespange)

Eine Nagelkorrekturspange auch Orthonyxiespange oder einfach Nagelspange ist eine medizinische Apparatur, mit der Fehlstellungen von Finger- bzw. Fußnägeln korrigiert werden, um das Einwachsen der Nägel zu verhindern. Die Behandlung erfolgt meist durch einen Podologen, eine geschulte Fußpflegerin oder den Hausarzt. Letzterer kann die Nagelspange auch verordnen. Operationen wie beispielsweise eine Nagelkeilexzision können so manchmal vermieden werden.

Die Nagelkorrekturspange kann aus Stahldraht oder auch aus Kunststoff bestehen. Man unterscheidet derzeit ca. 15 verschiedene Typen. Die Spange selbst wird hierbei beidseits in den Nagelfalz eingebracht und in Nagelmitte fixiert. Dauer der Behandlung variiert nach Schweregrad und liegt im Mittel etwa bei sechs Monaten. Während dieser Zeit wird die Spange je nach Nagelwachstum ohne großen Aufwand versetzt. Der Nagel wird während seines Wachstums also an beiden Seiten über dem Nagelfalz gehalten. Ein erneutes Einwachsen wird so verhindert. Die Spange stellt keinerlei Behinderung für Sport (auch Schwimmen) etc. dar.

Nagelprothetik

Mit einer elastischen Kunststoffmasse werden die fehlenden Nagelteile ersetzt, wobei auch noch die Färbung der eigenen Zehennägel berücksichtigt wird. Der Nagel wird optisch wiederhergestellt, so dass Barfußlaufen, ins Schwimmbad oder in die Sauna gehen, das Tragen von offenen Schuhen möglich ist. Diese Maßnahme ist also nicht nur eine Sache der Ästhetik, sondern die Betroffenen erhalten damit eine wertvolle psychologische Unterstützung, weil ihre Lebensqualität enorm gesteigert wird.

Orthose (Zur Druckentlastung)

Zumeist beruht der Einsatz von Orthesen mit Korrekturfunktion auf der Anwendung des „Dreikräfteprinzips“ (zwei Ansatzhauptpunkte und ein entgegengesetzt wirkender Druckpunkt). Zum Beispiel bei Nachtschienen zur Korrektur von Fehlstellungen im Kniegelenk bei Kleinkindern macht man sich das zunutze, weil durch das Wachstum die Aussichten auf die Korrektur der Fehlstellung am besten sind.
(quelle: wikipedia.de)